Gebäudeenergieberater (HWK) Hans-Jürgen Wenzel
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Wissenswertes

EnEV 2009

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt vor, dass die Wärme übertragende Umfassungsfläche dauerhaft luftundurchlässig entsprechend dem Stand der Technik abgedichtet und ein Mindestluftwechsel sichergestellt ist.

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Das Verfahren...

Das Verfahren zur Bestimmung der Luftdichtheit ist in der DIN EN 13829 festgelegt (Differenzdruckverfahren) und wird durch uns mit dem anerkannten "Blower-Door/Check-Messgerät" ausgeführt.

Durch den Blower-Door-Test lassen sich Leckagen feststellen, weil eine Windbelastung folgendermaßen simuliert wird: Sämtliche baulichen Öffnungen (Fenster, Außentüren) werden geschlossen, alle Innentüren hingegen geöffnet. Dann wird im Inneren des Hauses ein Unterdruck von 50 Pascal aufgebaut. Dieser Druck entspricht einer Windgeschwindigkeit von etwa neun Metern in der Sekunde oder knapp Windstärke 5.

Die Druckdifferenz baut ein in einer Außentür angebrachter, großdimensionierter Ventilator auf, der ständig Luft aus dem Gebäude absaugt oder einströmen lässt. Die Luftmenge, die durch den Ventilator strömt, wird in Abhängigkeit der Wetterlage berechnet. Sie ergibt den "n50-Wert", mit dem die Dichtigkeit eines Gebäudes quantifiziert werden kann. Luft, die während des Prüfvorganges nachströmt, gelangt durch undichte Fugen oder andere Lecks in die Gebäudehülle. Der "n50-Wert" darf nach DIN 4108-7 bzw. EnEV bei Gebäuden mit Fensterlüftung 3 h-1 (3-facher Luftwechsel pro Stunde) und bei Gebäuden mit raumlufttechnischen Anlagen 1,5 h-1 (1,5-facher Luftwechsel pro Stunde) nicht überschreiten.

Mit künstlichem Rauch oder einem Windgeschwindigkeits-Messgerät lassen sich Undichtigkeiten lokalisieren und visualisieren. Das Blower-Door-Verfahren ermöglicht sowohl Unter- als auch Überdruckprüfungen. Die Dauer einer Messung ist abhängig vom Umfang und dem baulichen Zustand des Gebäudes,

... undichte Gebäudehülle

Folgen einer undichten Gebäudehülle:

* Durch Undichtigkeit und Bauteilfugen entstehen Wärmeverluste (Lüftungswärmeverluste), da während der Heizperiode kalte Außenluft ins Innere des Gebäudes dringt und warme Innenluft nach außen gelangt. Die Lüftungswärmeverluste übersteigen unter Umständen die Transmissionswärmeverluste.
* Dringt durch entsprechende Leckagen warme und feuchte Raumluft in die Bauteile ein, so kann dort Kondensation auftreten. Dadurch kann sich Feuchtigkeit im Mauerwerk und der Dämmung ansammeln und zu Bauschäden führen. Die Feuchtigkeit erhöht außerdem die Wärmeleitfähigkeit des Dämmmaterials, wodurch die Wärmeverluste ansteigen.
* Durch Undichtigkeit (beispielsweise von Fenstern, Türen und Steckdosen) können Zugerscheinungen auftreten, die den Wohnkomfort der Bewohner mindern.
* Luftdichte Bauweise ist notwendig, um den Außenlärm im Gebäude zu vermindern.

Welche Bedeutung hat die Luftdichtigkeit eines Gebäudes?

Die genannten Gründe sprechen für eine luftdichte Gebäudehülle und damit auch für einen möglichst kontrollierten Luftaustausch zwischen innen und außen.

Ein Mindestluftwechsel ist also notwendig, um feuchte Innenluft gegen Frischluft auszutauschen. Feuchteschäden und dadurch verursachte Schimmelbildung in den Innenräumen werden so vermieden. Um ein gesundes Innenraumklima und das Wohlbefinden der Bewohner sicherzustellen, ist ein Mindestluftwechsel von etwa 30 m⊃3; pro Stunde und Person erforderlich.

Das Problem - einerseits luftdicht bauen, um Wärmeverluste zu vermeiden, andererseits den bauphysikalisch und hygienisch notwendigen Luftwechsel sicherzustellen - lässt sich lösen: Die Gebäudehülle wird möglichst luftdicht ausgeführt und eine Lüftungsanlage stellt den notwendigen Luftwechsel kontrolliert und zuverlässig sicher. Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter unserer angegebenen Telefonnummer oder per E-Mail.

...häufige Schwachpunkte

.an Bauelementen:

* Fenster mit undichter Einbau- oder Schließfuge
* Anschluss von Dachfenstern oder Lichtkuppeln
* Haus- und Wohnungseingangstüren
* Türschlösser
* Gurtdurchführungen von Rollläden
* Dichtungen von Bodeneinschubtreppen
* Anschlusspunkt Fenster / Tür und Fußboden, insbesondere in den Eckbereichen
* Stoß von Boden und Wand
* Kellertür als Dichtungselement
* Kanäle zwischen Geschossen
* Briefkästen
* Installationsschächte und Vorwandinstallationen (an Öffnungen und Anschlüsse)



...in der Fläche:

* Decke im ausgebauten Dachgeschoss
* Anschluss einer Holzbalkendecke an eine gemauerte Wand
* Sanitär- oder Lüftungsinstallationen vor einer gemauerten Wand
* Anschluss einer Leichtbau-Innenwand an die oberste Geschossdecke oder die Außenwand
* Mauerwerksundichtigkeiten durch fehlerhaften oder nicht vorhandenen Putz (auch Schachtbereiche)
* Nachträgliche Bohrungen in Decken und Wände, hinter denen Folienbahnen verlaufen
* in die Dichtungsebene eingelassene Deckenstrahler
* Trockenputz (Vorsatzschale)



...an Anschlüssen:

* Anschluss der Folie an ein massives Bauteil
* Verklebung der Folienbahnen
* Rohr- und Kabeldurchführungen durch die Folien
* Durchdringungen an der Firstpfette
* Steckdosen in der Massivwand bei Steinen mit hohem Lochanteil
* Steckdosen in der Leichtbauwand
* Anschluss der Zuluftelemente an Wand und Fenster
* Vorwandinstallationen
* Kalksandsteine für Elektroinstallation (KS-E-Steine)
* Abdichtung zum Dachgeschoss (Folienanschlüsse)